Kreisverband Neuwied: Mut im Netz kommt gut an

Kandidatencheck Schüler loben experimentierfreudige Auftritte – Gestaltung als wichtiges Kriterium

 

Kreis Neuwied. Ein hübscher Facebook-Auftritt und viele Tweets: Das alleine reicht jungen Wählern nicht. Sie wollen mehr von einem Politiker erfahren. Die Mischung aus Mut und Glaubwürdigkeit ist wichtig. Im zweiten Teil des Schülerchecks haben Natalie Mohr und Tom Weber, Oberstufenschüler des Wiedtal-Gymnasiums in Neustadt, die Netzauftritte der Direktkandidaten im Wahlkreis 3 unter die Lupe genommen. 

„Social Media würde ich eher als Infoquelle benutzen. Mit dem Kandidaten in Kontakt treten würde ich über E-Mail“, sagt Natalie Mohr. Genau wie Tom Weber legt sie Wert darauf, dass Kandidaten im Netz klar formulieren, für welche Ziele sie einstehen. Auch die politische Vita interessiert die jungen Wähler. Zu viele Details können dagegen schnell abschreckend wirken. 

Die Ziele und die eigenen Standpunkte in knappen Sätzen darlegen: Das ist den meisten Kandidaten im Wahlkreis 3 gelungen. Bei SPD-Kandidatin Birgit Haas haben sich die Schüler allerdings schwergetan, einzuschätzen, für was sie sich nach der Wahl denn einsetzen könnte. Auch die Kandidaten, die einzig auf ein Facebook-Profil setzen, schneiden in diesem Punkt schlechter ab – zumal so ein Stück Seriosität abhandengeht. „Und die ist sehr wichtig für einen Politiker“, stellt Tom Weber klar.

Unterschiedliche Meinungen gibt es dagegen, was die Persönlichkeit des Kandidaten angeht. Wenn der Kandidat „total unsympathisch“ rüberkomme, habe das schon Einfluss auf die Wahl, sagt Natalie Mohr. Weniger Gewicht misst dem Tom Weber bei.

Einig sind sich die beiden, was die Auftritte der hiesigen Kandidaten im Netz angeht. Bei manchen ist das schon richtig gut, andere müssen hier und da nachbessern. In der Gunst ganz oben steht FDP-Direktkandidat Tobias Kador. Die Mischung aus kreativem Layout, Nutzereinbindung und Darstellung der Themen ist gelungen – auch wenn das Design an manchen Stellen über das Ziel hinausschießt.

Weniger Gefallen finden die Kandidaten, die auf eine eigene Internetseite verzichten. So werde die Zielgruppe eingeengt. Der Fokus von Tobias Härtling etwa scheine klar auf der jungen Wählerschaft zu liegen, finden die Schüler. „Aber nur mit Facebook erreicht man auch nicht alle jungen Wähler.“ obi

Aus: RZ Kreis Neuwied vom Montag, 29. Februar 2016, Seite 29