Kreisverband Ahrweiler: Die Bewerber und die politische Satire

Podiumsdiskusion mit den Landtagskandidaten in der Calvarienberg-Aula. Foto: Martin Gausmann
Podiumsdiskusion mit den Landtagskandidaten in der Calvarienberg-Aula. Foto: Martin Gausmann

Generalanzeiger vom 13.02.2016
Von Günther Schmitt

 

Die Landtagskandidaten im Kreis Ahrweiler sitzen auf dem Podium in der Aula des Gymnasiums Calvarienberg und werden von Schülern befragt.

 

Die Landtagskandidaten im Kreis Ahrweiler tingeln in den kommenden Wochen von Podium zu Podium. Die Fragen, die ihnen gestellt werden, sind so gut wie identisch. Da geht es um Wirtschaft, Finanzen, Verkehr, Sicherheit, Umwelt und vieles mehr. Die Positionen sind allein schon beim Blick in die Parteiprogramme klar.

Dennoch kann ein Podium überraschen. Besonders dann, wenn Schüler die Regie führen. So geschehen gestern Mittag in der Aula des Gymnasiums Calvarienberg in Ahrweiler vor knapp 200 Oberstufenschülern. Denn diese hatten ihre „eigenen Leute“ am Mikro und fragten nach Vorstellung der Kandidaten durch Mitschüler Horst Gies (CDU), Wolfgang Huste (Linke) Jörn Kampmann (SPD), Wolfgang Schlagwein (Grüne) und Ulrich van Bebber (FDP): „Was halten sie von politischer Satire?“

 

Für Horst Gies gehört Satire zum „politischen Geschäft“. Nur beleidigende Aussagen seien fehl am Platz, denn „auch in der Politik muss man sich nicht alles gefallen lassen“. Das sah der Linke Huste anders. Für ihn gelte die Antwort von Kurt Tucholsky auf die Frage „Was darfst du? – Alles.“ Wer Opfer von politischer Satire werde, sei eben interessant.

 

Wer Satire mache, müsse diese auch verantworten, fand Jörn Kampmann. Zwar räumte er der Satire eine wichtige Funktion ein, denn sie könne Diskussionen entkrampfen, doch gebe es auch beim Geschmack Grenzen: Das Thema Moralempfinden müsse „jeder für sich ausmachen“. Dass es Grenzen gebe müsse, sagte auch Wolfgang Schlagwein, wies aber auch darauf hin: „Wir sind hier im Rheinland, da gehört Humor dazu.“

 

Satire sei dazu da, „den Punkt am richtigen Platz zu setzen“. Ulrich van Bebber sieht politische Satire als Instrument einer offenen Gesellschaft: „Man muss kritisch sagen, was man meint.“ Wenn es Grenzen gebe, müssten diese sehr weit sein. Und auf eines legt der Liberale besonderen Wert: „Es darf keine staatlich oder gesetzlich gesetzte Grenzen der Satire geben, dann das hat mit einer offenen Gesellschaft nichts mehr zu tun.“