Kreisverband Ahrweiler: FDP unterstützt Windkraftgegner im Brohltal

Die Vertreter der FDP im Kreistag Christina Steinhausen und Ulrich van Bebber (links) informierten sich bei der Gemeinschaft pro Umwelt (von links nach rechts), Catherina Schöler, Rudolf Wilms, Wolfgang Dickmann, Elke Dahm, Vanessa Maur und Wolfgang Hurth
Die Vertreter der FDP im Kreistag Christina Steinhausen und Ulrich van Bebber (links) informierten sich bei der Gemeinschaft pro Umwelt (von links nach rechts), Catherina Schöler, Rudolf Wilms, Wolfgang Dickmann, Elke Dahm, Vanessa Maur und Wolfgang Hurth

Umfassende Beteiligung der Betroffenen in den umliegenden Gemeinden gefordert

 

Die FDP-Fraktion im Kreistag unterstützt die Resolution der Initiative „Gemeinschaft Pro Umwelt“, die sich gegen geplante Windkraftanlagen auf Gemarkungen von Dedenbach und Königsfeld wehrt. Die Freien Demokraten hatten sich vor Ort mit den Vertretern der Gemeinschaft getroffen, um sich selbst ein Bild von den Planungen und deren Auswirkungen zu machen. In der Resolution der Gemeinschaft werden zahlreiche Argumente aufgelistet, die gegen die Windräder sprechen.

„Die Argumente erscheinen uns sehr stichhaltig. Wir sehen hier unsere Befürchtungen bestätigt, dass es – letztlich aufgrund der konzeptionslosen Strategie der Landesregierung – zu einem Wildwuchs von Windrädern kommt und das Landschaftsbild dadurch unwiederbringlich zerstört wird“, fasste der FDP-Fraktionsvorsitzende Ulrich van Bebber die Eindrücke zusammen.

 

Erschreckend war für die Liberalen vor allem die schiere Größe der drei Windräder, die mit einer Flügelspitzenhöhe von 206 Metern alles andere überragen. „Die Windräder stehen zwar auf dem Gemeindegebieten von Königsfeld und Dedenbach, sind aber aufgrund der Lage im Randgebiet von dort kaum sichtbar. Ganz anders zum Beispiel in Niederdürenbach, Galenberg, Oberdürenbach und Schelborn. Hier prägen künftig die Windkraftanlagen das komplette Landschaftsbild,“ erläuterte Wolfgang Dickmann.

 

„Es kann nicht sein, dass einige wenige Gemeinden das Geld aus der Windkraft kassieren, die anderen Gemeinden dann aber nahezu nur die Nachteile tragen. Wichtig ist jetzt, dass auch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Gemeinden die Möglichkeit der Beteiligung haben. Diese sind aufgrund der Standorte und der Größe der Windräder oftmals stärker betroffen, als die Bürgerinnen und Bürger in Dedenbach und Königsfeld selbst,“ fordert die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Christina Steinhausen.

 

Negative Auswirkungen befürchten die Gemeinschaftsmitglieder nicht nur für die Natur und die Gesundheit der Menschen zum Beispiel durch Infraschall, sondern auch auf den Tourismus. Die Schönheit der Landschaft und damit der Erholungswert werden erheblich beeinträchtigt. „Gerade der Premiumwanderweg Eifelleiter, das Rodder Maar, das Waldgut Schirmau und die Burg Olbrück machen die Attraktivität der Region aus. Dies wird durch die Windräder zerstört,“ stellt Rudolf Wilms fest.

 

Alle Beteiligten legten Wert auf die Feststellung, nicht grundsätzlich gegen Windkraft und erneuerbare Energien zu sein. „Aber auch die Energiewende rechtfertigt keine großflächige Landschafts- und Naturzerstörung. Sinnvoll ist es, die Windräder auf wenige Flächen zu konzentrieren, und nicht willkürlich über die Landschaft zu verteilen. So könnte man zum Beispiel die bestehenden Windkraftanlagen in Weibern ergänzen“, so van Bebber.

 

Bemerkenswert sei für die Liberalen, wie der Natur- und Landschaftsschutz mit der Windkraft unter die Räder gekommen sei. Neuerdings sei es laut Landesregierung nun auch möglich, Windräder in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück aufzustellen.

 

„Früher haben sich die Grünen an jeden Baum gekettet, der irgendwo gefällt werden sollte. Heute werden breite Schneisen und Flächen so groß wie Fußballplätze in den Wald geschlagen, um Windräder aufzustellen. Das ist für mich nicht nachvollziehbar,“ erklärte Steinhausen.

 

 

Die FDP-Kreistagsfraktion hat daher den Landrat angeschrieben, ihn um Mitteilung zum Stand und zum weiteren Verfahren gebeten und sich für die Beteiligung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger eingesetzt.