Kreisverband Ahrweiler: Keine Windräder im Rheintal, auch nicht in Remagen

Bereits 2013 hatte die FDP Remagen dafür plädiert, das Rheintal nicht mit Windrädern zu verschandeln
Bereits 2013 hatte die FDP Remagen dafür plädiert, das Rheintal nicht mit Windrädern zu verschandeln

Die FDP im Kreis begrüßt ausdrücklich die Resolution des Remagener Stadtrats gegen die geplanten Windrädern auf der rechten Rheinseite gegenüber von Remagen. Die Stadträtin Rosa Maria Müller sprach sich mit einem entschiedenen „Nein“ gegen die Windräder am Asberg aus. Auch der Rat der Stadt Bad Honnef hatte auf Initiative der FDP bereits eine entsprechende Resolution beschlossen.

Die FDP hat bereits seit längerem die Planungen auf der anderen Rheinseite kritisch unter die Lupe genommen. Die FDP im Siebengebirgsraum, im Kreis Neuwied und im Kreis Ahrweiler sprachen vor kurzem gemeinsam gegen den geplanten Windpark auf dem Asberg aus. Der nur 90 m von der Landesgrenze zu NRW entfernte und in der Nähe des Auge Gottes gelegene geplante Windpark gefährdet in seiner unmittelbaren Umgebung die Gesundheit von Menschen und beeinträchtigt den Lebensraum von Tierarten empfindlich. Rosa Maria Müller, Vertreterin der FDP im Stadtrat Remagen, stellt fest: „Die beabsichtigten Windenergieanlagen sind mit einer Bauhöhe von fast 200 m 40 m höher als der Kölner Dom. Diese sind dann vom Rolandsbogen, von Oberwinter oder der Apollinariskirche sehr gut sichtbar und prägen das Landschaftsbild. Allerdings negativ!“

 

Aus Sicht der Freien Demokraten würde das Projekt den Tourismus erheblich gefährden.“Wir leben am Rhein wesentlich vom Tourismus. Die Attraktivität der Rhein-Landschaft würde durch Windräder erheblich beeinträchtigt. Überlegungen, die nördliche Region des Landes in das Unesco-Welterbe Mittelrhein zu integrieren, mit den positiven Auswirkungen auf den Tourismus, wären chancenlos,“ erklärt der FDP-Kreisvorsitzende Ulrich van Bebber. Die Liberalen fühlen sich durch die Entscheidung der Struktur- und Genehmigungsbehörde Nord, einen Windpark in der Verbandsgemeinde Loreley abzulehnen, in ihrer Argumentation bestätigt. „Das Siebengebirge hat als Naturlandschaft keine geringere Bedeutung als das Welterbe Mittelrhein,“ ist die stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Christina Steinhausen aus Ahrweiler sicher.

 

Die FDP plädiert dafür, das gesamte Rheintal und die angrenzenden Höhenzüge aufgrund der kulturhistorischen und touristischen Bedeutung und der Schönheit der Landschaft von Windrädern freizuhalten. Dies gilt aus Sicht der FDP natürlich nicht nur für die rechte, sondern auch für die linke Rheinseite. Van Bebber wies darauf hin, dass oberhalb von Remagen so genannte Potenzialflächen für Windkraft benannt seien, und zwar die Waldgebiete zwischen „Dungkopf“ und „Scheidskopf“. Dies, obwohl das Areal als regionaler Grünzug ausgewiesen wird. Bis zu 20 Windkraftanlagen seien hier denkbar, große Teile des Waldes müssten abgeholzt werden. Diese Windräder würden zudem deutlich näher am Rhein stehen als die auf der rechten Rheinseite geplanten Windräder.

 

„Statt in die Abendsonne würden die Bewohner Rheinbreitbachs oder Erpels dann auf die Rotoren der 200 Meter hohen Bauwerke schauen. Zudem müssten unzählige Quadratmeter Wald abgeholzt werden, um den Bau der Anlagen möglich zu machen. Traurig sei, wie die Grünen dieses Vorhaben ohne Rücksicht vorantrieben, so van Bebber: „Beim Thema Windkraft werfen die Grünen den Landschafts- und Naturschutz über Bord.“

 

Windräder seien dort sinnvoll, wo auch entsprechendes Windpotenzial vorhanden sei. Dies sei aber im Rheintal und auch auf den Höhenzügen nur im geringen Umfang gegeben. Viel stärker wehe der Wind zum Beispiel in der Eifel. „Wir sind nicht gegen Windenergie, wollen aber eine sinnvolle Nutzung und Ausgestaltung erreichen. Die derzeitige Politik der Landesregierung führt allerdings nur zu einer Verspargelung der Landschaft,“ erklärte van Bebber abschließend. Wichtig seien vor allem die frühzeitige Information und Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die Planungen.